Teil 2: Das gesamte Dach versank im Chaos.

Die Gäste zückten ihre Handys.
Die Bodyguards eilten nach vorne.
Die Geigerin trat erschrocken zurück.
Doch Vivienne konnte sich nicht bewegen.
Nicht wegen des Rollstuhls.
Sondern wegen des Fotos, das in der Hand des kleinen Jungen zitterte.
„Nein…“, flüsterte sie.
„Das ist unmöglich…“
Der Junge starrte ihr direkt in die Augen.
„Erinnerst du dich jetzt an meine Mutter?“
Viviennes Lippen zitterten heftig.
Acht Jahre zuvor.
Ein privates Krankenhaus in Paris.
Eine heimliche Schwangerschaft.
Millionen gezahlt, um Reporter zum Schweigen zu bringen.
Und eine verängstigte junge Frau, der sie versprach, sie zu beschützen.
Doch als der Ruhm kam –
verschwand Vivienne.
Der kleine Junge trat näher.
„Meine Mutter ist letzten Winter gestorben.“
Stille.
Die Dachterrasse fühlte sich plötzlich eiskalt an.
„Sie hat jeden Tag auf dich gewartet.“
Viviennes Atem brach.
Ein Gast flüsterte:
„Oh mein Gott…“
Der Junge griff langsam wieder in seine Tasche.
Diesmal –
zog er einen gefalteten Brief heraus.
„Ich sollte dir das geben, wenn ich dich finde.“
Vivienne nahm ihn mit zitternden Händen.
Dann weiteten sich ihre Augen.
Es war IHRE eigene Handschrift.
Ein Versprechen, das sie vor Jahren schrieb:
„Ich werde immer zurückkommen für unseren Sohn.“
Die Welt um sie herum brach zusammen.
Tränen liefen ihr über das Gesicht.
„Ich habe nach dir gesucht…“, flüsterte sie verzweifelt.
Der Ausdruck des Jungen verhärtete sich sofort.
„Nein“, antwortete er.
„Du hast nach deinem Ruf gesucht.“
Die Menge wurde erneut still.
Dann plötzlich –
stellte Vivienne etwas Entsetzliches fest.
Das Gefühl war in BEIDEN Beinen zurückgekehrt.
Langsam stand sie vollständig aufrecht.
Die Dachterrasse explodierte in Schreien.
Doch der Junge sah sie nicht mehr an.
Er blickte stattdessen zum Eingang des Restaurants.
Ein großer Mann in einem schwarzen Anzug stand dort und beobachtete alles schweigend.
Viviennes Gesicht wurde augenblicklich blass.
„Nein…“, flüsterte sie vor Angst.
Der Junge sah ruhig zu ihr zurück.
„Du erinnerst dich auch an meinen Vater.“
Der geheimnisvolle Mann trat langsam vor.
Und der Bildschirm wurde SCHWARZ.

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